KOMIKI

Kochen mit Kindern auf Spanisch, Englisch und Französisch

Meine Texte für den Alltag

Ich beschäftige mich seit Jahren auch diskursiv mit dem Thema Ernährung und erarbeite aus der Beobachtung meiner Gewohnheiten alternative Ernährungsdenkweisen, angereichert mit kleinen Tricks für den Alltag.
Grund für dieses Nachsinnen ist meine Unzufriedenheit mit der Ernährungsrealität. In Restaurants werden Jahr für Jahr größere Portionen angeboten, so dass ich Teilweise nicht mal einen „Seniorenteller“ „schaffe“, um nur ein Beispiel zu nennen.
Seit 2010 veröffentliche ich diese Texte auf dem ersten Online-Fitnessstudio www.fitkurs.de. Bereits 2010 wurde ein Journalist auf meine Konzepte aufmerksam (Link Presse). 2011 hatte ich aufgrund meiner praxisnahen Texte bereits ein Gespräch im Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen Leipzig (IFB) der Uni Leipzig.
Seit diesem kleinen Lichtblick träume ich auch von meinem Kinder-Sprach-Koch-Kurs. Ganz alltägliche Gründe („Als Alumna brauche auch ich einen Job, um mein Leben zu meistern.“) haben mich bisher davon abgehalten in der Praxis zu starten.

Dass das Thema seit 2011 immer stärkere Präsenz zeigt und ich auch viele Mitstreiter am Markt entdecke, die für ähnliche Ziele kämpfen, gab mir den Antrieb, mein Projekt nicht weiter in der „privaten Schublade“ zu verbergen.
Anfangen möchte ich mit meinem Orientalischen Tanztheater „Tanz auf der Zunge“, zu dem ich Sie am 31. Mai 2014 und 07. Juni 2014 herzlich einlade. Link zu „Tanz auf der Zunge“.

Ich esse so gern

Ich liebe Essen! Dabei suche ich immer neue Erfahrungen und Anregungen, ein bisschen so wie ein Foodhunter – immer auf der Suche nach neuen Geschmackskombinationen und Urschätzen möglicher Lebensmittel.

Die Entdeckung eines neuen Gerichtes macht die Menschheit glücklicher als die Entdeckung eines neuen Sterns.“ – Jean Anthelme Brillat-Savarin, Physiologie des Geschmacks

Ich besuche gern Kochkurse zu verrückten Themen, wie Blütenküche (z. B.: Kräuterhof Grit Nitzsche), Schokolade (z. B.: Chocolaterie Leipzig) und habe oft Essensgäste zu Besuch. Während jedes Urlaubs bestelle ich mir Gerichte, die ich nicht kenne. Ich versuche auch in Kontakt mit den Einwohnern zu kommen und kaufe mir unbekannte Gewürze.

Was ist passiert?

Unsere Umwelt und der Mensch stehen in starker Diskrepanz zueinander. (hier einklappen und durch „Lest weiter!“ anzeigen, dass es noch mehr Text gibt)Viele alltägliche Probleme/Süchte/Schwächen werden mit neuen Süchten und deshalb nur scheinbar und für kurze Zeit zu lösen versucht. Ich spreche zum Beispiel von der aktuellen „Adipositasgesellschaft“. Welche sind die eigentlichen Ursachen dieser Veränderung der Gesellschaft?
Freunde bitten mich oft um Rat, wenn es um dieses Thema geht, da meine Ernährungstexte so praktisch und einfach umzusetzen sind.
Ich möchte Menschen Hinweise geben zum bewussten und selbstbestimmten Umgang. Und damit können sie wiederum fast automatisch anderen Menschen, z. B. in der sogenannten Dritten Welt, helfen.

Diese Hilfe erfolgt mit und für den eigenen Körper.

Beim aktuellen Gesellschaftszustand greift sogar Andrew Boordes Ausspruch „Ein guter Koch ist ein halber Arzt“ („Brevier der Gesundheit“, 1547).

Mein Ziel

Mit meinem Koch-Sprach-Konzept möchte ich Kindern Freude am Kreativsein und wichtige Erfahrungen bezüglich Menge, Maß und Körper vermitteln. Die Sprachen sind ein Mehrwert für die Ausbildung der Kinder und geben mir die Möglichkeit Vergleiche zu anderen Esskulturen anzustellen.

Eltern können am Ende eines Kurses feststellen: „Unsere Kinder machen es von Anfang an richtig.“

Kocht euch mit mir um die Welt.

Antje Lempart-Ober

Schlüsselerlebnisse

Mein Weg

Ich habe eine Weile gebraucht, meinen eigenen Ernährungsweg zu finden. Bis dahin verlief alles sehr unterschiedlich: beginnend bei den gesellschaftlichen Regeln (ringend mit dem typischen Relikt aus der Nachkriegszeit: „Schön aufessen!“), über die Kontrolle beim Ballettunterricht bis hin zu meiner persönlichen Esskultur nach dem Motto „Auf den Magen hören.“ portioniere ich heute meine Nahrungsmittel, wie ich es benötige. Dabei koche ich täglich und besuche exotische Kochkurse.
Während der Nachkriegszeit war vielmehr diese Einstellung natürlich: „Man isst um zu leben und lebt nicht, um zu essen.“ – Molière, Der Geizhals
Das hat sich maßgeblich verändert.

Ich stelle mir die Frage: Wie kann die gesamte Gesellschaft „realistisch“ (aktiv, respektvoll, genießerisch, maßvoll) mit Nahrungsmitteln und der Umwelt umgehen?

Diskurswechsel

Seit meiner Geburt (in den 80ern) kenne ich den Satz „Immer schön aufessen“ und das „Essen schaffen“ aus meiner Umwelt. Dieser Diskurs ist in unserer Überflussgesellschaft, in welcher wir jederzeit an alle Lebensmittel (weltweit) gelangen, ein Verhängnis. Es wird so viel Interessantes angeboten, dass wir uns einfach nur „überfüttern“. Die Reize machen den Menschen sogar eher zu einer „Essmaschine“ ohne wahren Genuss und persönliche Auswahl.
Heutzutage geht es doch vielmehr um Genuss und damit auch Maß. Wir leben nämlich nicht mehr in der Nachkriegszeit, sind also nicht mehr halbverhungert und müssen nicht sofort alles aufessen und „hamstern“, um zu überleben. Wir leben in dem Luxus, das Essen aussuchen und daher doch auch gerecht aufteilen zu können. Dann tun wir das doch! Link zu: Teilen mit …

Ich liebe es, alles auszuprobieren. Um das zu können, habe ich mir bestimmte Ernährungsprinzipien überlegt.

Frühstück

Da ich noch in der DDR Kind war, habe ich beispielsweise noch Brote und Apfelstückchen zum Frühstück gegessen. Heutzutage essen Kinder „Milchschnitte“ als Nahrungsmittel. Keiner weiß, dass „Milchschnitte[1]“ seine Berechtigung als Genussmittel hat und auch zu dieser Zeit und in diesem Maß genossen werden sollte. Bei den Frühstücksbroten kann man sehr ausgewogen und kreativ essen.

Essenszwang

Na ja, an den Kindergarten habe ich nicht so tolle Erinnerungen. Ich war ein Kind, das nicht essen wollte. Ich musste aber. Alle Kinder durften spielen und ich musste sitzenbleiben und essen. Auch meine Tricks, wie Schnitten in den Schürzentaschen zu verstecken oder sogar im Papierkorb wurden erkannt: ich wurde ertappt. Außerdem gab es Milch mit Haut (und ohne Kakao). Beim Mittagessen sollte ich die aussortierten Kümmelkörner mitessen und Ausgespucktes aufessen.

Erlebnis in anderem Kindergarten

Im Kindergarten waren wir, z. B. in den Ferien, manchmal „aufgeteilt“ auf andere Kindergärten. Ich erinnere mich an einen Ort, an dem die Kinder einen alten gusseisernen Miniatur -Backofen hatten, der wirklich funktionierte. Ich habe noch die Bilder vor Augen, wie diese Kinder kleine Kekse gebacken und dekoriert hatten. Seitdem hatte ich solch einen Wunsch in meinem Kopf, der bis jetzt unerfüllt blieb. Mit meinem Kinderkochen möchte ich Kindern solche echte Backerlebnisse bereiten.

Bei uns gab es sowas nicht

Als es die westlichen süßen Nahrungsmittel dann gab, gab es diese trotzdem höchst selten bei uns. Wenn, dann gab es die mal ausnahmsweise, da sie auch preisintensiv waren. Darum habe ich mich wenig an diese gewöhnt. Und deshalb kann ich ihnen gut ihren berechtigen Esszeitpunkt und Essensmenge als kleine Nascherei zuordnen.

Schön aufgegessen

„Schön Aufessen“ war natürlich schon immer und vor allem in der DDR ein Thema. Als kleines Kind wollte ich daher, um das Lob einzuheimsen, meine Eltern und Großeltern austricksen. Ich kam dann schuldbewusst zu ihnen und versteckte den Teller hinterm Rücken und sagte ein gequältes „Ich kann nicht mehr.“ Nachdem das nicht so schlimm war, holte ich blitzschnell den Teller vor und zeigte, wie blankgeputzt der wirklich war. Was alle ja bestimmt schon wussten, da ich ja am selben Tisch gegessen hatte und mich über die Tellerbilder gefreut hatte.

Bratschnitte

Was ich ganz toll fand waren die Bratschnitten, die meine Oma auf dem alten großen gusseisernen Ofen machte. Die Schnitten legte man direkt auf die Platten. Öffnete man die Platten oben, dann sah man das Holz und das Feuer.
Die Schnitten wurden mit Butter bestrichen und Salz bestreut.

„Pampern“ … Pampe oder Matsch machen!

Bei meiner Oma war ich als kleines Kind in den Ferien oft. Wenn sie kochte, dann durfte ich helfen. Richtig kochen durfte ich aber noch nicht. Deshalb ließ sie mich „pampern“. Ich suchte mir Lebensmittel und einen Portionierlöffel und warf alles zusammen, was zu finden war, dann fügte ich Wasser hinzu und rührte. Bei Oma durfte ich immer alles, auch wenn sie nicht so viele Lebensmittel hatte. So viel verschwenden würde ich heute nicht mehr, aber meine Begeisterung als Kind zeigt, was Kindern Spaß macht. Und hätte ich wirklich gekocht, dann hätte ich sogar noch mehr Selbstbewusstsein gehabt. Das ist klar.

DDR

Selbst die DDR hatte für mich etwas Gutes, bemerke ich heute; und das trotz, dass auch ich mich in den „Jammerdiskurs“ eingereiht habe und dazu auch weiterhin stehe.

Dadurch, dass es in der DDR kaum Süßigkeiten, keine bunten Bildchen und keine Joghurtbecher geschweige denn Fertiggerichte oder Maggi-Trockenpulver-Nahrungsmittel gab, aß ich normale Lebensmittel. Besonders wertvoll sehe ich heutzutage die vielen Verbote und Nichtexistenz von süßen und künstlichen Artikeln, die vortäuschen Lebensmittel zu sein, an.

Dadurch, dass man nicht frei war, die Welt zu bereisen, entwickelten sich bei mir bereits als Kind ein großer Wissenshunger und Fernweh. Sprachen lernte ich nicht durch Selbstdisziplin und Zwang, sondern scheinbar nebenbei, getrieben von großer Neugier. MTV, damals noch in Englisch, war für mich ein starker Motor. Ich nutzte sofort alle Möglichkeiten ab der Wende und verbrachte ca. je 1 oder 0,5 Jahre in USA, Spanien, Frankreich und Südtirol. Der Kulturhunger ist mein steter Begleiter.
Kinder, die nach der Wende in die Überfluss- und Möglichkeitsgesellschaft hineingeboren worden, haben diesen Drang und diesen Antrieb nicht, da sie von Beginn an jederzeit darauf zugreifen können. Ein Großteil der Gesellschaft ist auch Teil der Adipositasgesellschaft.

Mein Körperselbstbild

Als kleine Ballettschülerin machte ich mir selbst den Druck ein bestimmtes Gewicht zu erreichen und ließ mich von Zahlen aus der Werbung bestimmen. Da das zu einer Sucht werden kann, baten mich meine Eltern, doch wieder normal zu essen, damit ich mit zu den Ballettreisen fahren dürfe. Da Tanz mein Leben ist, esse ich so, wie es mir schmeckt und achte nicht mehr auf Zahlen und Waagen. Ein Spiegel allein genügt mir. Mit dieser Basis habe ich mir eine angenehme, kreative und weltoffene Ernährungsweise angeeignet.

Erasmus

Auch ich hatte mal so eine Zeit, in der ich meinen Körper genau betrachtete und mir überlegte: „Bin ich dick? – Bin ich dünn?“ Die Waagen mit ihren Zahlen und gesellschaftlichen Vorschriften der Modeindustrie hatte ich ja schon lange aus meinem Leben gestrichen. Doch was mir richtig half, war die Tatsache, dass ich während meiner Erasmussemester in Spanien und Frankreich einfach kein Geld hatte. Demzufolge hatte ich Hunger. Außerdem lernte ich die spanische und französische Esskultur voller Freude, Phantasie und Geselligkeit kennen! Seitdem liebe ich essen, bin geschmackssüchtig (ein Foodhunter also) und möchte alles selber kochen lernen.

Weihnachten in Granada

Eine wichtige Erfahrung war für mich, dass ich das Weihnachtsfest in der Familie meiner lieben Freundin Paqui verbrachte. An Weihnachten ist die gesamte Familie (Onkel, Tanten von weit her) eingeladen und es gibt alle möglichen regionalen Spezialitäten: vom Serrano-Schinken über Gambas und Tintenfisch bis hin zu Fisch in Salzkruste. Ich saß neben der Mutti und dem Vati meiner Freundin. Damals war ich noch etwas wählerisch bzw. wollte nicht unbedingt essen, was ich nicht kenne. Das änderte sich an diesem Abend zu 100%. Neben der Mutti „musste“ ich natürlich alle Spezialitäten essen. Gambas, diese stacheligen Tiere mit kompliziertem Chitinpanzer und Augen … So etwas wollte ich nie essen. Na ja, und plötzlich seit diesem Tag, sind Gambas eine meiner Lieblingsspeisen. Aus dieser Erfahrung rührt mein Drang in jedem Urlaub neue Speisen und Gewürze zu suchen und Geschmäcker kennenzulernen.

Teilen in Spanien

Ich lernte spanische Lebensfreude zu leben. In Granada lernte ich auch die gesellige Art des Essens und des Essenteilens kennen. Man trifft sich sehr oft zum Essen und Jeder bezahlt eine Runde für alle. Alle teilen sich die Tapasteller und unterhalten sich prächtig.
Außerdem wird vor allem Fremden immer viel angeboten. – Ich erinnere mich an Weihnachten bei meiner Freundin Paqui. Ihr Vati fragte immer, ob ich denn nicht esse und trinke. Ich war da etwas zögerlich. Kaum waren mein Teller und mein Glas leer, schenkten sie mir erneut ein. Solch eine Fürsorge, solch ein Lachen und so viel Glücklichkeit beim Essen kannte ich vorher nicht.

Futterneid in Deutschland

Das Teilen und gemeinsame Genießen ist besonders schön. So etwas wünsche ich mir in Deutschland. Ich habe in so manchem Beruf unangenehme, zu meinen Wünschen konträre, Essens-Runden erfahren: Jeder zählt Jedem jeden Bissen in den Mund, alle schweigen sich gegenübersitzend und Essen macht keinen Spaß. Man fühlt sich bei jedem Bissen, wie ein Dieb und das schnürt den Magen zu.

Mexiko

Mitmenschlichkeit … Appetit … Farbe
Zum Totenfeiertag “Dia de los muertos” isst man sogar auf dem Friedhof zusammen sitzend und erinnert sich munter plappernd an die Lieben. Hier bleibt der Tote “nicht allein” und wird nicht durch Schweigen und einsame Besucher zur Trauer über sich selbst gezwungen und an seine Endlichkeit erinnert.

Frankreich

In Frankreich gibt es so viel verspieltes Essen. Künstlerische Gestalt und Zubereitung mit vielen tollen Soßen – Miniaturobstküchlein und Chocolatiers – das liebe ich an Frankreich.

Das deutsche Stück Kuchen

Das deutsche Stück Kuchen ist im Durchschnitt 12 cm lang, 5 cm tief und 5 cm hoch und staubtrocken. Nach einem Stück ist mein Magen absolut gefüllt.
Im Vergleich dazu ist das französische Stück Kuchen sehr klein. Es besteht meistens aus Mürbeteig und ist mit Früchten belegt und Cremes bestrichen. Kleine Kunstwerke, die mengenmäßig zu unserer Zeit passen.
Vorschlag: die deutschen Stückchen halb so groß anbieten, damit der Kunde mehrere kaufen und kosten kann. Denn satt werden müssen wir nicht von einem Stück.

Paris

Um zu meiner eigenen Ernährungs-Erkenntnis zu kommen, half mir ein guter Satz eines Mitarbeiters, mit dem ich damals in Paris eine Maschinenbaumesse vorbereitete. Jeden Tag gingen wir in die feinsten Restaurants essen. Das ist so üblich, wenn man auf Dienstreise ist, und bald schon konnte ich nicht mehr. Das Essen war mir viel zu viel, aber in meinem Kopf spukte der Satz: „Iss doch wenigstens das gute Fleisch auf“. Das sagte ich dem Mitarbeiter auch, als er fast alles zurück gehen lassen wollte.
Er sagte mir „Du musst auf den Magen hören.“ Das war der wichtigste Satz für meine heutige Ernährung. Sicher verstehen Sie alle, dass es mir schwer fiel, das gute Essen zurückzugeben und wegwerfen zu lassen.

Kennen Sie denn noch das angenehme Gefühl des Magenknurrens?

Mensa in Brixen

Auch folgendes Erlebnis brachte mich zu neuen Strategien. Als ich in Brixen (Italien) in einer Maschinenbaufirma arbeitete, bekam ich jeden Tag ein gutes Mittagessen. Doch schon am ersten Tag war ich komplett überfordert und mein Magen tat weh.

Tägliche Mittagsration:
1 sehr großes Brötchen
1 Salat
1 „Vorspeise“ (1 Stück Pizza, oder 1 Teller Nudeln mit Soße)
1 Hauptgericht (z.B.: Knödel mit Gemüse und Soße oder Schnitzel (so groß, wie der Teller), Kartoffeln, Gemüse
1 Nachspeise (1 kompletter Aufschnittteller oder 1 Obst oder 1 Joghurt)

Wahnsinn! – Satt bin ich nach einem Brötchen, 1 Salat und 1 Obst. Meine Sofortstrategie war, mir teils mitnehmbares Essen geben zu lassen (bei der Nachspeise: 1 Obst; bei der Vorspeise: die Pizza, die man in eine Serviette wickeln kann).

Ich hatte dann für die gesamte Woche und fürs Wochenende immer Abendbrot und brauchte nichts zu kaufen. Denn Wegwerfen wollte ich das Essen nicht, schließlich gibt es noch Menschen, die auf der Welt verhungern.
Es war einfach viel zu viel für einen Menschen.
Schauen Sie mal in Ihren Kühlschrank: sicherlich ist er so voll, dass bereits Verdorbenes Essen dabei ist. Kochen Sie auch so viel, dass etwas übrig bleibt? Werfen Sie das weg? Ich hoffe nicht, denn es gibt tolle Recyclingrezepte (Link…). Seien Sie einfach kreativ!

Der Eisbecher

Ich gehe ungern in Eiscafés, da ich gern mehrere Portionen verschiedenen Essens am Tag esse. Wenn ich mir einen Eisbecher bestelle, dann erhalte ich ein großes Bierglas randvoll mit Eissorten und Cremes. Wenn ich das aufesse, dann kann ich kein Abendbrot mehr essen. Aus einem Genussmittel wurde hier ein Sattmacher. Das ist sehr schade.

Mensa in Böhlitz-Ehrenberg

Ich hatte auch hier problematische Erfahrung bezüglich Menge und Zubereitung der Speisen. 2010 bestellte ich „Afghanisches Risotto“ und erwartete tolle landestypische Gewürze. Ich erhielt Reis mit einem Mix aus einfacher Tomatensoße mit Fleischwurststückchen und hart-gekochtem Ei. Fehlanzeige also. Außerdem war die Menge so groß, dass ich 3 Tage hätte davon leben können.
Ein anderes Mal bestellte ich Quarkkeulchen, um die mal zu probieren. Ich bekam 4 taschenkalendergroße fettige Klumpen. Den Rest nahm ich in einer Serviette mit und hatte tagelang zu Essen.

Unimensa in Leipzig

In der Mensa bestellte ich Nudelauflauf. Jede Art von Nudelauflauf hatte stets dieselbe Tomatensoße…na ja. Und einmal fand ich ein Stück Pfirsich im Auflauf. Ab dann wusste ich, dass hier unbedacht alle Reste zusammengekehrt angeboten wurden. Durchdacht, kann man „Reste“ nämlich lecker aufbereiten, siehe Recyclingrezepte. (LINK)

Mike Ober

Mein Mann kochte bereits jeden Abend nach der Arbeit selbst, auch als er 7 Jahre lang als Single wohnte. Ihn lenkte das einfach ab nach der ganzen Kopfarbeit und dem langen Sitzen am Tag. Jetzt machen wir das zusammen. Er zeigte mir viele Tricks zu klassischen deutschen Rezepten und teilt heute mit mir das Hobby, immer wieder fremdländische Speisen zu entdecken und mit originalen Zutaten zu kochen.

Nicht aussuchen

Mein Mann möchte nicht, dass wir im Markt das Obst/Gemüse aussuchen. Wir greifen das erste Gemüse/Obst, das wir finden, und kaufen das. Damit verhindern wir noch mehr Abfall und handeln damit im Sinne von „Zu gut für die Tonne“.

Grit Nitzsche

Bei ihren Blüten- und Kräuterwanderungen lernte ich die Geschmäcker und Verwendungshinweise der reichlichen Blütenvielfalt meiner Stadt kennen. Wir schmecken uns durch die Umgebung und verwenden die gefunden Blüten und Kräuter dann in Ihren Blütenkochkursen.

Installation in Pietrasanta 2009

Stefano Bombardieris „The Animals’ Countdown“ hat mich stark beeindruckt. In einer Kirche in Pietrasanta baute er riesige Säugetier-Skulpturen auf. Ein roter Zähler pro Tier zeigt deren Existenz-Minimierung an. Außerhalb der Kirche sahen wir 3 riesige aufgefangene aufgeschnittene Wale und ein kleines Mädchen, das einen vierten Riesenwal am Seil hinter sich her zog.

(Fotos folgen)

Prof. A. de Toro

Kulturtheorie und Hybridität bezüglich anderen Kulturen – Aushandeln, Interesse am Anderen – Vermischen zu einem hybriden Neuen (de Toro, 2001) – sind meine Wegbegleiter.

Sarah Wiener

Sarah Wiener zeigte in mehreren Reportage-Serien bei Arte regionale Rezepte aus Frankreich und England. Hierbei suchte sie die Herstellungsorte auf und lernte ihre Kochzutaten selbst herzustellen. Sie stellte beispielsweise Wein und Käse, scheute keine Mühen, seltene Beeren zu sammeln, eine Nacht auf einem Fischkutter mitzuarbeiten und schlachtete und zerlegte Tiere. Diese allumfassende Darstellung ist sehr wertvoll für unsere Gesellschaft, in welcher Kinder vielmehr lernen, dass Wurst aus der verschweißten Plastepackung im Kaufland kommt.

Andreas Kieling

Der Tierfilmer ist ein großes Vorbild für mich, da er seinem Traum, trotz schwierigster Umstände, folgte. In seinen Reportagen vermittelt er ein Bild vom Verhältnis zwischen Tier und Mensch, das unserer Zeit voraus ist. Er zeigt dem Zuschauer die Tierwelt mit vielen Hintergrundinfos zum Leben und zur Evolutionsgeschichte der Arten. Dies tut er immer auf rücksichtsvolle Art und Weise. Er zeigt und nicht die Tiere mit Sensationsblick, wie viele andere Tiersendungsmoderatoren, sondern achtet immer zuerst darauf, den Lebensraum des gezeigten Tieres zu achten. Der Zuschauer fühlt sich involviert und der Funke der Achtsamkeit springt über.Diese Herangehensweise ist sehr wichtig für mein Thema „groß und klein“, welches ich den Kindern anhand einer Schildkröte zeigen möchte.

Meine Schildkröte

Ich habe seit 2011 eine Schildkröte in Pflege. Ich als „Katzenmensch“ fragte mich, wie ich mit diesem harten, kalten und scheuem Tier warm werden sollte?Mit viel Rücksicht, Gehenlassen und Langsamkeit und genauem Beobachten lernten wir uns kennen.

Ich versuche sie zu verstehen: Man stelle sich vor: zwei Riesenhände heben einen einfach so aus seinem Lebensumfeld (Aquarium) und man ist plötzlich ganz woanders. Was geht da in einem wilden Tier vor, das vielleicht vor dem Fressfeind Angst hat? Wie wird man angepackt, wo landet man, was geschieht: der Kochtopf, die Straße, …? Ich versuche mich hineinzuversetzen in Größe, Raum, die andere Spezies, …
Um dieses Größenverhältnis Kindern zu verdeutlichen, denke ich an einen „King-Kong-Film“. Wer hätte denn keine Angst, wenn King Kong ihn plötzlich packt, ohne, dass man weiß, ob er Gutes oder Böses im Schilde führt.

Vorsichtige Hände, Blickkontakt, Achtsamkeit und vor allem Machenlassen – und zwar Schildkrötensachen: Klettern, Laufen, gegen die Tür laufen, immer wieder, denn der innere Kompass sagt doch, dass da etwas sein muss, ….

Wie so viel Mut beweist der Kleine: Freunde trauen ihren Augen kaum, wenn sie sehen, wie das doch so wilde scheue Tier hinter mir her kommt, den Hals nach oben streckt, hochgenommen werden will und abends beim Fernsehen auf mir herumklettert, wenn wir gemeinsam Fernsehen schauen.
Und ich bewundere meinen Schildkrötenmatz: denn wer kann den von Sekunde auf Sekunde über und unter Wasser leben, steile Decken hochklettern, und versucht an den Fliesen in die Badewanne zu klettern, die 10 Mal so hoch sind, wie der eigene Körper und rennt rum mit schwerem Panzer und ist mit so einem sperrigen schweren Körper in einer Sekunde wieder auf den Beinen, wenn er auf den Rücken gefallen ist? Ohne zu murren – voller Antrieb. – Welcher Mensch kann das?

Geschmack

Voller Vorfreude auf das französische Weihnachten mit all seinen Leckereien reisten wir 2012 zu Freunden nach Frankreich. Diese hatten sogar all unsere Wünsche nach familiärem Frankreich vorausschauend erkannt. In Familien zeigten sie uns die französische Tradition mit Buche de Noel, Austern, Ente, Hase, Schnecken und so weiter. Eine ganze Woche sollte ausreichen, meinte ich. Eine starke Erkältung raubte mir ab dem zweiten Urlaubstag den Geschmack. Ich hatte das noch nie so schlimm empfunden, wie in dieser einen Woche.
„Ich liebe das gute Essen. Und je älter man wird, umso mehr spürt man, dass Essen wie Sex ist, ein körperliches Lustgefühl, das mitunter zu einer Art Orgasmus führt.“ – Bud Spencer, Interview aus dem Jahr 2000 im Stern: “Was macht eigentlich Bud Spencer?”

[1]Nachfolgend wird das Produkt “Milchschnitte” für alle ähnlichen Artikel genannt, die sich als gesundes tägliches Lebensmittel, sozusagen “für zwischendurch”, anpreisen. Diese Lebensmittel haben ihre Berechtigung jedoch vielmehr zur portionierten und bewussten Genusszeit.